Wir wollen uns den Auftritt der Capoeira Gruppe „Arte Negra“ in Bensberg nicht entgehen lassen und haben noch einen Zwischenstopp bei meinen Eltern eingelegt.
Nach Ljubljana sind wir noch in einen Nationalpark in Slowenien gefahren, haben dort übernachtet und sind am Donnerstag losgefahren Richtung Heimat. Eine Nacht verbringen wir noch am Chiemsee und Freitag erreichen wir endlich Bensberg. Und seid Samstag sind wir wieder richtig zuhause angekommen.
Wir waren in Guča und haben das verrueckte Balkan Brass Festival miterlebt. Es ist eine Mischung aus Rock am Ring und Oktoberfest. Ueberall in der Stadt sind sind die Bands unterwegs und belagern unschuldige Gaeste in Restauranttischen oder marschieren quer ueber den Campingplatz. Es wird gesoffen und zwischen Getraenken und Souveniers gibt es auch eine Menge serbisch – nationalistische Devotionalien. Die Sonne brennt und die Laune ist gut. Wir kommen am Freitagabend an und erleben den musikalischen Hoehepunkt: Das Konzert des Boban Markovic Orkestars im Stadion in Guca. Es ist der Wahnsinn. Die Leute feiern eine riesige Party.
Nach zwei Tagen koennen wir keine Trompeten mehr hoeren und fahren nach Belgrad. Mein Eindruck: Eine Grossstadt wie Koeln oder Dortmund – eine Mischung aus Gruenderzeitfassaden und Betonkloetze. Die breiten 60er Jahre Prachtstrassen mit Hochhaeudern aus Titos Zeiten sind noch ein sprezielles Merkmal.

Am Montag fahren wir durch einen Nationalpark und wir haben noch ein serbisch – orthodoxes Kloster besucht. Ein ruhiger, spiritueller Ort. Ein Moench hat uns noch einen Segen fuer den Rueckweg mitgegeben.

Mittlerweile sind wir wieder auf dem Weg nach Westen, zur Zeit in Lubljana, Slowenien.
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In Bosnien regnet es zum ersten mal, seid Sonja da ist. Wir sind jetzt in Sarajevo und waren gestern durch Zufall bei einer kleine Roma – Party. In einem Club, halb Wohnzimmer, halb Kneipe spielte eine kleine Kapelle Roma- musik, laut und dramatisch. Wir hoerten eine Weile zu und wurden vom Gitarristen hereingebeten. Eine kleine Gesellschaft sass zusammen und sie schmetterten dramatische Lieder zu Gitarre und Akkordeon. Eine duetschprachige Dame erklaerte uns „Wir kommen einfach so zusammen, und wenn die Stimmung gut ist feiern wir.“ Und wir feierten mit.

Letzte Woche sind wir nach Bosnien eingereist und haben einen schattigen Campingplatz in Blagaj gefunden. In dieser kleinen vom Krieg gezeichneten Stadt gibt es ein Derwish – Kloster, das haben wir uns angesehen. dafuer musste sich Sonja allerdings verhuellen. Ich musste lediglich meine Schuhe ausziehen.
Von Blagaj ist es nur ein kurzer Weg nach Mostar. Diesmal haben wir uns Zeit gelassen und die Stadt genauer angesehen. Vor allem die wirklich orientalische Altstadt und die Bruecke.
Auf dem Platz haben wir auch ein junges deutsches Paar aus Berlin getroffen, die von Sarajevo schwaermten. Also nehmen wir uns ein wenig mehr Zeit und bleiben fuer zwei Naechte. Das ist auch noetig, denn es regnet und das Zelt muss wieder trocknen. Hier campieren wir im Garten einer kleinen Herberge, fuenf Minuten von der City entfernt – auch ein Tipp von von den berliner Backpackern aus Blagaj.

Diese Stadt ist wirklich faszinierend, orientalisch und westeuropaeisch zugleich. Und zu den GEbetsszeiten hoeren wir gleich mindestens 5 Muezzins aus den vielen Moscheen der Stadt.
Sonja ist letzten Samstag in Split angekommen. Jetzt ist das Moped voll beladen und schon macht die Kette Geraeusche. Im letzten Internetcafe gab mir der Betreiber die Adresse eines Mechanikers in der Naehe von Dubrovnik, er mir helfen konnte. Die Kette ist erst mal wieder angezogen – sie muss noch bis Serbien und wieder zurueck nach Deutschland halten.
Wir haben uns erst mal auf einem Campingplatz in der Naehe von Split niedergelassen, die Gegend erwandert (bei der Hitze eine echte Herausforderung!) und Split erkundet. Dann sind wir weitergefahren Richtung Korcula. Auf einem netten kleinen Campingplatz in Brijesta blieben wir zwei Tage. Der Besitzer ist eigentlich Orangen- und Weinbauer und hat uns abends seinen Wein ausgegeben. Von dort sind wir Richtung Dubrovnik gefahren um das Moped zu warten und diese wirklich faszinierende Stadt anzusehen.

Gestern ging es dann auf die Insel Korcula. Im Rahmen eines Festivals haben gestern die DJs von Shazalakazoo Balkan Beats aufgelegt. Die Musik war klasse, aber es kamen nur wenige Leute. Jetzt sind wir noch mit chillen und Waeschewaschen beschaeftigt. Morgen geht es nach Bosnien.
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Nach einem AUsflug nach Zagreb habe ich Lust, das touristische Kroatien hinter mir zu lassen und fahre nach Bosnien, nach Banja Luka. Ich sehe die ersten Schilder in kyrillischer Schrift und die ersten Moscheen. Und in der Stadt spricht mich Milutin, ein Beamter der Baubehoerde an. Nach dem „woher, wohin“ laedt er mich auf ein Abendessen bei seiner Familie ein. Er hat sich gerade ein Haus am Stadtrand gebaut, seine Toechter wollen spaeter in Deutschland und in den USA studieren. Ein wirklich netter Abend, ein grosse HVALA an die Familie Salamic!
Die Einladung auch im Haus zu uebernachten lehne ich ab und suche stattdessen einen winzigen Campingplatz, den Friedelm von der Motorradkarawane empfohlen hat. Plumsklo und Wasserhahn, der Fluss ist die Badewanne.
Dann geht es weiter durch die wunderschoenen Landschaften Bosniens. Gebirge, Waelder, karge unbewohnte Landschaften und gruene Fluesse.

In Kroatien bekam ich den Hinweis, dass in Visoko, kurz vor Sarajevo Pyramiden entdeckt worden sind. Das schaue ich mir an. Im Ort gibt es Berge unter denen sich wohl Pyramiden befinden sollen. Ich folge den Hinweisschildern zwischen Pyramidenrestaurant und Pyramidensouvenirshops. Ein zahnloser Fabrikpfoertner zeigt mir einen dunklen Gang in einen der Berge. Ein enger Schacht mit Baumstaemmen verschalt, ich sehe im Schein seiner Taschenlampe kopfsteinartigen Boden und eine runde Steinplatte, die dort gefunden wurde. Geheimnisvoll, leider spricht der Mann nur bosnisch.

Dann folge ich anderen Schildern zu einem Berg an dem mir kleine 10jaehrige Jungs anbieten, mich als „Guide“ zu fuehren. Auch sie sprechnen nur bosnisch. Ich folge zweien von ihnen einen steilen Berg hinauf, oben sehe ich zwischen Gestruepp freigelegte betonartige Platten, die wohl die Aussenflaeche der Pyramide sind.

Alles sehr geheimlnisvoll. Ich fahre weiter nach Mostar und ueberquere die beruehmte Bruecke. Die Stadt ist immer noch schwer zerstoert. Ich habe nicht viel Zeit und suche mir einen Campingplatz in Bagaj. Vielleicht kann ich mit Sonja noch einmal nach Mostar fahren.






