Die Ankunft in Rumaenen war wirklich aufregend. Natuerlich wurde der Strassenbelag schlagartig schlechter und in Satu Mare mussten wir lange nach dem in der Karte eingezeichneten Campingplatz suchen. Irgendwo bei einer Badeanlage mit Kneipe sollte der sein. Nach herumfragen zeigt mir eine nette Dame den Bereich hinter der Kneipe. Ein heruntergekommener Platz, Spermuellhaufen, ein verrostetes Tor, fuer das ihr Mann nach dem Schluessel suchen muss. Wir fahren rein und duerfen uns einen Platz aussuchen. Nur eine andere Familie campt hier noch. Zwei alte Dacias aus den 80er Jahren, ein Zelt aus den 70ern, ein Dach aus Plastikfolien sitzen sie zu fuenft vor einem kleinen Fernseher.
Wir stellen uns vor und Daniel, der Familienvater spricht zum Glueck gutes Englisch und uebersetzt fuer uns. So kommen wir ins Gespraech, es sind echt nette Leute und langsam weicht die Anspannung. Die einzige Toilette und Dusche ist ein kleines Raeumchen im Seiteneingang eines Polizeihaeuschens, das sich ebenfalls auf dem Gelaende befindet. Usselich, aber so haben wir zumindest das Vergnuegen, bei der rumaenischen Polizei zu duschen.
Am Abend kommt noch ein junges Paar aus Polen mit Zelt und Auto vorbei. Sie haben so wie wir auch das Problem mit der Waehrung, die Rumaenen denken noch in tausend Lei, wo man mittlerweile seit der letzten Waehrungsreform drei Nullen streichen kann. So kommen wir auch ins Gespraech. Am naechsten Morgen gibt uns Daniel noch den Hinweis, das es in der Bukowina Ueberschwemmungen gab und viele Strassen gesperrt sind. Ewelina und Jacek, die Polen geben uns Tipps fuer die Reise durch Polen und wir tauschen unsere Adressen aus.
Dann sind wir noch zwei weitere Tage durch Rumaeninen gefahren, durch winzige Doerfer, vorbei an Pferdefuhrwerken und Schlagloechern, Berge rauf und runter, Rumaenien gefaellt uns sehr. Wir besuchen den Froehlichen Friedhof in Saptana und eine grosse Holzkirche in Suceava.
Gestern sind wir zurueck nach Ungarn, heute in der Slowakei, dann geht es nach Polen.
Mittlerweile sind wir in Ungarn angekommen. In Prag haben wir einen ganzen Tag verbracht und sind dann am naechsten morgen aufgebrochen. Nach Brno und dann auf einem wunderschoenen Landweg durch Oesterreich. An Wien und Brastilsava vorbei Richtung Budapest. Es ist erstaunlich, wie laendlich es nur wenige Kilometer von solch grossen Hauptstaedten ist.
Urspruenglich wollten wir bis Budapest fahren, aber nach Dresden und Prag haben wir erstmal genug von Grossstaetten. Wir fahren am Neusiedler See vorbei, ein Weltkulturerbe zwischen Ungarn un Oesterreich. Wir bleiben auf der Oesterreichischen Seite, finden einen Campingplatz und bauen unser Reisemobil auf. Die oesterreichische Sprache ist einfach lustig zu hoeren, bisher kannte ich sie nur aus dem Kabarett. Es reicht fuer uns, um Kaiserschmarren und Wiener Schnitzel zu bestellen.
Am Freitag brechen wir dann auf nach Ungarn. In den Doerfern am See gibt es zwar ein paar kleinere Grenzuebergaenge, die aber nur zu Fuss zu ueberqueren sind. Nach einigen Suchen kommen wir aber doch rueber. Dann fahren wir wieder stundenlang ueber Landstrassen, die durch viele Doerfer fuehen. Es ist nicht so sortiert-schnuckelig wie in Oesterreich, eher einfach und unrenoviert. Wir orientieren uns an der Donau und fahren parallel zur Grenze Ungarn – Solwakei. Durch Zufall kommen wir durch die kleine Stadt Eszdergom die uns auf den ersten Blick gut gefaellt. Wir finden einen Campingplatz und bleiben. Ein netter Ort. Auf dem Platz sind viele Ungarn, Oesterreicher aber auch Niederlaender. Ein Ungar, der gut Deutsch spricht gibt uns ein paar Tipps fuer die Weiterfahrt.
Vorgestern haben Sonja und ich uns aufgemacht, den unbekannten Osten zu erkunden.
Ueber den Landweg durch eine schoene Landschaft sind wir von Dresden nach Tschechien gekommen. Kurz nach der Grenze fallen erst einmal die Schnickschnacklaeden und Bordelle auf. Dann wurden wir von der Polizei angehalten und sollten fuer nicht angeschaltetes Licht 500 Kronen Strafe zahlen. Willkommen in Osteuropa! Zum Glueck konnten wir nach einer kurzen Diskussion ungesraft weiterfahren.
In Prag haben wir hier einen kleinen Campingplatz in Citynaehe gefunden. Manchmal faellt das Wasser aus, also alle Klischees stimmen. Heute sind flanieren wir durch Prag und lassen es uns bei boehmischen Essen und in einem Bio-Cafe gut gehen.
Gespeichert unter: Alles
Während Sonja noch arbeitet und ich frei habe fahre ich ein paar Tage in den Norden. Nach langer Zeit will ich Kerstin bei Hamburg besuchen und Volkher, einen Diakonenbruder besuchen, der an der Ostsee einen Campingplatz betreut. Und ich will wieder ein paar Tage mit dem Motorrad unterwegs sein. 
Am Montag geht es los. Bis Hannover fahre ich über die Autobahn, dann aber bis Fuhlenhagen nur auf Landstrassen. Über Celle und Lüneburg geht es durch Wälder und Felder, die Landstrassen im Norden sind Aleen, einfach wunderschön. Und ich komme gut voran. Nach 8 Stunden gemütlicher Fahrt komme ich auf Kerstins Bauernhof an. Nachdem ich meine Klamotten reingetragen und mich schon mal auf dem Balkon gesetzt habe kommt auch Kerstin vom Feld. Wir kochen uns was und erzählen viel.
Dienstag – Frühstück mit Kerstin
Nach einem guten Frühstück (mein ersstes uund Kerstins zweites um 8.000 Uhr) fahre ich weiter in den Osten. In Gross-Kordshagen zwischen Rostock und Stralsund betreut Volkher, ein Diakonenbruder aus dem Martineum einen kleinen Campingplatz. Der liegt knapp am Boddenmeer vor einer Halbinsel, ist sehr klein (ca. 50 Plätze) und wunderschön. Drumherum ist einfach nichts, nur Natur und Ruhe.
Noch ist der Platz ein Geheimtipp, Volkher will ihn auch nur für Durchreisende, Fahrradfahrer und Naturfreunde ausbauen. Es gibt ein paar kleine Unterstellplätze, eine Rezeption in einem alten DDR – Bauwagen (Weltkulturerbe, wie Volkher betont) und eine große Feuerstelle. Am Abend lerne ich einen Wandergesellen (einen echten Zimmermann auf traditionellen Wanderschaft) und seine Freundin kennen, die dort Urlaub machen. Wir sitzen am Feuer und machen uns Stockbrot – aussen lecker verbrannt und innen lecker roh, wie es sich gehört.
Mittwoch – Frühstück mit dem Wandergesellen & Freundin
Nach einem Spaziergang zur nahegelegenen Badestelle (10 min. mit dem Rad, 30 zu Fuss) mache ich einen Ausflug in die Stadt Barth. Ein Pfarrerehepaar, das ich auf dem Campingplatz kennen lernte gab mir den Tip, dass die Kirchengemeinde in Barth ein Lesecafé neben der Kirche eingerichtet hat. Dort setze ich mich mit einem guten Buch in einen der Sessel, trinke eine Schokolade und lasse es mir gut gehen. Auf dem Rückweg mache ich einen Schlenker an den Ostseestrand und laufe ein wenig am offenen Meer entlang.
Donnerstag – Frühstück mit Volkher
Leider regnet es am Donnerstagmorgen. Ich packe das Zelt nass ein und fahre zu Volkher, der mich zum Frühstück eingeladen hat. Nach einem herzlichen Wiedersehen und guten Frühstück mache ich mich auf den Heimweg. Obwohl ich fast nur Autobahn fahre dauert es eine Ewigkeit, bis ich am späten Abend nass in Hattingen ankomme.
Gespeichert unter: Alles, Rudolstadt08 | Schlagworte: Festival, Rudolstadt, TFF, Thüringen, Weltmusik
specially für die Zurückgebliebenen
Im strömenden Regen fahren wir nach Rudolstadt. Das TFF – Weltmusikfestival ist mittlerweile zu einem Pilgerort für uns und viele Freunde geworden und diesmal ist es unsere erste richtige Tour mit der Pegaso. Ich hole Sonja am Donnerstagnachmittag in Düsseldorf schon im Regen ab und wir fahren erstmal bis Leverkusen auf der Autobahn. Eigentlich hatten wir vor, ab Gummersbach bis nach Rudolstadt gemütlich über den Landweg zu tuckern, aber bei Regen und Stau fahren wir früher ab und machen eine Pause in Bensberg. Leider sind meine Eltern und Edu nicht da, das wäre eine Übernachtungsmöglichkeit gewesen. So fahren wir weiter bis Olpe. Diesen Ort gibt es wirklich, im Sauerland. Und in einer bäuerlich-rustikalen Pension übernachten wir in zwischen Eichenmöbel in einem Zimmer mit Ausblick auf den nebeligen Biggesee.
Am Freitag scheint die Sonne und über wunderschöne Landstrassen geht die Fahrt in lockeren 10 Stunden nach Thüringen. Bei 30 Grad ohne Schatten kommen wir in Rudlstadt an und reihen uns in den Stau vor dem Zeltplatz ein. Moni, Peter und Michaela haben uns schon einen Platz neben ihrem Bulli reserviert.
Musikalisch ist das Festival dieses Jahr nicht so innovativ wie sonst. Aber die Hippie-Atmosphäre inspiriert mich immer wieder und wir sitzen einfach viel im Schatten mit einem Becher Köstritzer. Es gibt aber doch ein paar Highlights, die argentinische HipHop-Gruppe Attitude Maria Marta, Jaune Toujours aus Brüssel und am Sonntagabend zum Abschluss die Fanfare Ciocarlia auf der Heidecksburg.
Am Montagmorgen befürchten wir wieder Regen aber bis auf zwei kurze Schauer fahren wir trocken über die Autobahnen nachhause. Es hat sich gelohnt und wir sind auch reisetauglich.





















